Aus einer Presseaussendung von
Ehe ohne Grenzen:
Ehefrau eines Österreichers soll Aufenthaltsverbot wegen "Scheinehe" bekommen
Vor wenigen Tagen erhielt Frau Joy Skreta ein Schreiben der Fremdenpolizei, in sie über ein beabsichtigtes Aufenthaltsverbot informiert wurde: "Es besteht zwischen Ihnen und Ihrem Ehegatten niemals ein gemeinsames Familienleben und wurde durchgehend durch Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht, ein solches der ha. Behörde vorzutäuschen."
Seit sechs Jahren sind Georg und Joy Skreta ein Paar und leben seitdem in einer gemeinsamen Wohnung. Am 16.4.2004 wurde geheiratet, über hundert Verwandte und FreundInnen feierten mit ihnen die Hochzeit. Vor einem Jahr bekam das Paar sein erstes Kind. Vater Georg und Sohn David sind Österreicher. Joy aus Nigeria ist seit Jahren rechtmäßig in Österreich niedergelassen.
Die Familie wurde von der Fremdenpolizei mehrmals zu Hause überprüft, außerdem wurde sie zu einer fünfstündigen "Scheinehebefragung" vorgeladen. Die Verdachtsmomente: Die beiden konnten sich nicht mehr übereinstimmend an alle Hochzeitsgeschenke erinnern, Frau Skreta wusste nicht mehr, wo der Gesangsauftritt ihrer Schwiegermutter zu Weihnachten stattfand, und bei einer von mehreren Wohnungskontrollen wurden lediglich Mutter und Kind angetroffen.
Im Schreiben der Fremdenpolizei wurde der gemeinsame Sohn nicht erwähnt, obwohl auch er während der Befragung anwesend war. Weiters wurden Nachbarinnen, die das Familienleben bestätigt hatten, nicht im Schreiben der Polizei erwähnt, obwohl sie dazu entsprechende Aussagen gemacht hatten.
"Was kann dieser Familie noch passieren?" fragt sich die Sprecherin von Ehe ohne Grenzen, Angela Magenheimer: "Will der Staat Frau Skreta den Aufenthaltstitel entziehen und sie mit ihrem österreichischen Sohn David abschieben? Wie weit muss ein Paar miteinander gehen, um den fremdenpolizeilichen Scheinkriterien für ein aufrechtes Familienleben zu entsprechen? Wohnungen werden durchschnüffelt, Nachbarn werden wie zu Zeiten des absolutistischen Regimes eines Metternich befragt und indirekt zur gegenseitigen Bespitzelung angeleitet, als könne ein durchschnittliches Familienleben den Rechtsstaat gefährden."