nach zwei wochen im bolivianischen hochland bin ich gestern abend in santa cruz angekommen, dem wirtschaftlichen zentrum des vergleichsweise reichen ostens. hier draengen die vertreter vornehmlich weisser eliten auf eine abspaltung vom armen, indigen dominierten westen des landes, dessen praesident evo morales die nationalisierung der bodenschaetze und eine landreform vorantreibt. wie in brasilien besitzen hier einige wenige riesige landflaechen, waehrend die bevoelkerungsmehrheit im aermsten land suedamerikas von hunger bedroht ist.
die letzten tage waren gekennzeichnet durch kaempfe zwischen bergarbeitern im sueden des landes mit 16 toten und mehr als 60 verletzten und zwei vom militaer getoeteten cocabauern in der naehe von cochabamba. dort erklaerte mir die professorin des instituts fuer politikwissenschaft der lokalen uni, dass sich das land am rande des buergerkriegs befinde, morales aber mit der unterstuetzung der bevoelkerungsmehrheit und grosser teile des militaers rechnen koenne. mehrere oppositionsvertreter reisten diese woche in die usa, was die angst vor einem putschversuch naehrte, da washington sich den indiofuehrer morales nur allzu gerne vom halse schaffen wuerde.
ausserdem legten streiks der transportunternehmer die region von la paz lahm, wo ich die letzte woche verbracht habe. um aus der stadt, in der die stimmung zunehmend angespannter wurde, rauszukommen, musste ich gestern zu fuss die blockaden passieren - mit leichter hoehenkrankheit, die stadt liegt auf rund 4000 meter hoehe.
eine interessante analyse der aktuellen lage liefert
das internetmagazin telepolis.